DIE PRINZIPIEN DES ERFOLGS: Die Macht deiner Identität und deiner Selbstführung

DIE PRINZIPIEN DES ERFOLGS: Die Macht deiner Identität und deiner Selbstführung

Es scheint Menschen zu geben, die bereits in jungen Jahren mit nahezu magischen Fähigkeiten ausgestattet sind, aus allem, was sie nur berühren, eine Erfolgsgeschichte zu kreieren. Andere wiederum strampeln sich ab, versuchen dieses und jenes – aber nichts gelingt. Sie stellen sich vor den Spiegel, erzwingen ein strahlendes Lächeln und beten positive Affirmationen rauf und runter. Sie versuchen sich in Manifestation, in Networking, probieren jede neue Methode, machen jeden kostenlosen Kurs mit und hoffen auf den nächsten Guru, der sie befreien wird… nur, um am Ende wieder vor den gleichen Ergebnissen zu stehen.

In diesem Artikel geht es nicht ausschließlich um finanziellen oder beruflichen Erfolg. Es geht um Erfolg als das, was nach einer bestimmten Aktion erfolgen(!) soll. Es geht um Erfolg als die Erfüllung der Erwartungen an das Resultat einer Anstrengung.

Du erfährst die wichtigsten – vielleicht etwas unbequemen – Prinzipien, die eng mit deiner Identität verbunden sind. Sie zeigen dir, warum der Unterschied nicht im Talent, Startkapital oder in einem unterstützenden Umfeld liegt, sondern in der eigenen Identität und in der Selbstführung.

Warum Menschen trotz großem Potenzial scheitern

Die meisten Menschen scheitern nicht an einem Mangel an Talent oder an technischen oder sozialen Fähigkeiten – also einem Mangel an den sogenannten „hard skills“ oder „soft skills“ – sondern an Identitätskonflikten und einer dysfunktionalen Selbstführung. Es ist nicht möglich, ein Unternehmen zu führen – möge es noch so klein sein – wenn man nicht in der Lage ist, sich selbst zu führen.

1. Die Macht deiner Identität

1.1 Identitätskonflikte

Wenn die Identität mit den eigenen Zielen kollidiert

Ein häufig übersehener Grund für Misserfolg ist die eigene innere Identität, die nicht mit den äußeren Zielen übereinstimmt.

Deine innere Identität ist das, was du glaubst zu sein und was du glaubst, zu verdienen. Es ist die Überzeugung, etwas bekommen oder erreichen zu können, weil du dich fähig dazu fühlst. Auf Basis dieser Überzeugungen entwickelst du auch deine Gewohnheiten, die wiederum deinen inneren Zustand widerspiegeln.

Deine innere Identität beeinflusst deine Wahrnehmung und deine Entscheidungen. Alles, was darüber hinaus geht, wird entweder gar nicht erst wahrgenommen oder auf subtile Weise sabotiert.

Beispiel 01

IDENTITÄT = ZIEL

Dein Ziel ist es, in 3 Jahren ein 7-stelliges Business aufzubauen. Du weißt, dass dir noch spezifische Fähigkeiten und das Startkapital fehlen.

Aber du bist überzeugt, dass du dir alle benötigten Fähigkeiten schnell aneignen wirst und durch temporäre Sparsamkeit und einen zusätzlichen Job ein kleines Startkapital aufbauen kannst. Du machst dir einen glasklaren Plan – und verfolgst diesen durch proaktives Handeln. Zweifel, Niederlagen und Rückschläge sind unangenehm, aber wertvolle Lehrmeister, weil du resilient bist und weißt, dass du es schaffen wirst.

Beispiel 02

IDENTITÄT ≠ ZIEL

Dein Ziel ist es, in 3 Jahren ein 7-stelliges Business aufzubauen. Du weißt, dass dir noch spezifische Fähigkeiten und das Startkapital fehlen.

Du bist überzeugt, dass du nicht über die Kapazitäten verfügst, alle benötigten Fähigkeiten zu erlernen. Du weißt, dass du chronisch prokrastinierst und dann allen anderen die Schuld gibst. Dir wurden Tools in die Hand gegeben, mit denen du deine Emotionen regulieren und mehr Optimismus und Energie generieren kannst, aber du bist zu bequem, diese methodisch und konsistent anzuwenden – nur weil du keine sofortigen Ergebnisse siehst. Der Teil deines Monatsgehaltes, den du eigentlich sparen oder sinnvoll investieren könntest, geht für „sofortige Bedürfnisbefriedigung“ drauf, weil du frustriert bist und „Trost“ brauchst. Dadurch verpasst du es, dir das nötige Startkapital aufzubauen. Das führt wiederum dazu, dass der Glaube an deine eigene Unfähigkeit noch stärker verfestigt wird.

Identität ist nicht statisch

Im Beispiel 02 stimmt die innere Identität nicht mit dem Ziel überein, ein 7-stelliges Business aufzubauen. Die innere Identität ist aber die Grundlage für Erfolg.

Das Gute ist, dass Identität nicht statisch ist und sich ständig durch Weiterentwicklung und Anpassung verändert. Negative Charaktereigenschaften wie Bequemlichkeit, Prokrastination, Planlosigkeit, Ängstlichkeit, Fragilität, Inkompetenz, Inkonsistenz, Unzuverlässigkeit, etc. können durch Erkenntnis, Arbeit, Disziplin und Geduld erfolgreich und dauerhaft verändert werden.

Die Transformation der Identität ist ein allmählicher Prozess, der nicht durch bloße Affirmationen entsteht, sondern durch Änderung des Verhaltens und der Gewohnheiten – und der darauffolgenden, sichtbaren Veränderungen in der Außenwelt.

1.2 Identität folgt Verhalten

Anstatt also zu versuchen, sich einzureden: „Ich bin eine erfolgreiche Person“, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. eine kleine Handlung, die zur gewünschten Identität gehört, definieren und aufschreiben
  2. diese Handlung täglich wiederholen
  3. wahrnembare Veränderungen – mögen sie noch so klein sein – als Beweis nutzen und aufschreiben
  4. die Identität schrittweise anpassen

So entsteht echte Transformation – von innen nach außen.

1.3 Die Bedeutung der Versprechen an dich selbst

Brichst du die Versprechen, die du dir selbst gegenüber machst, so verlierst du deinen Selbstrespekt, dein Selbstvertrauen und jede Menge Kraft. Behandle die Versprechen, die du dir selbst machst, genauso, wie die Versprechen, die du anderen gibst.

1.4 Eigenverantwortung als Game-Changer

Radikale Eigenverantwortung ist die Voraussetzung für finanziellen und beruflichen Fortschritt. Ganz gleich, wie schlecht die Karten zu sein scheinen, die das Leben für dich gemischt hat – es liegt an dir, wie du diese spielst. Es gibt zahllose Beispiele von Menschen, die aus den schwierigsten Lebensverhältnissen kamen und dennoch erfolgreich wurden. Wir leben in einer noch nie dagewesenen Zeit, in der man ohne reiche Eltern, ohne Unterstützung und ohne Startkapital – nur mit einem Smartphone oder einem Laptop und einem Internetzugang praktisch Millionär werden kann. Man hat kostenlosen Zugang zu wertvollen Informationen und die Möglichkeit, sich mit sehr wenig Geld alle Ressourcen, Tools und Skills anzueignen, die man benötigt.

Erfolgreiche Menschen geben äußeren Umständen keine Macht über ihre Ergebnisse. Stattdessen fragen sie: „Was kann ich tun? Wie kann ich es machen? Welche Schritte muss ich gehen? Welche Ressourcen, Tools und Skills brauche ich? Und wie komme ich an diese heran?“

Diese innere Haltung verschiebt das gesamte Leben – von Opferhaltung zum Meister des Lebens.

2. Die Macht der Selbstführung

2.1 Löwe vs. Antilope

Proaktive statt reaktive Lebensführung

Viele Menschen verbringen ihr Leben damit, auf Probleme zu reagieren, anstatt das eigene Leben aktiv zu gestalten. Sie handeln aus Angst, Unsicherheit oder emotionalen Triggern heraus. Reaktiv zu handeln bedeutet, aus Zwang zu handeln – weil die Situation es erfordert. In diesem Zustand ist es nahezu unmöglich, ein Unternehmen aufzubauen oder Wohlstand zu schaffen – denn beide erfordern strategische, langfristige Entscheidungen und selbstverantwortliches Handeln.

Die Menschen, die ihr Leben reaktiv führen, nennt man „Antilopen-Menschen“ – weil diese erst dann losrennen, wenn eine reale Gefahr wahrnehmbar ist. Die proaktiven Menschen nennt man „Löwen-Menschen“ – diese handeln ohne äußeren Auslöser, sondern aus einem inneren Antrieb heraus.

Beispiele für reaktive Lebensführung:

  • Man ändert seine Ernährungsweise erst dann, wenn bereits Diabetes diagnostiziert wurde.
  • Ein Raucher hört erst dann auf zu rauchen, als er einen Herzinfarkt erlitten hat.
  • Obwohl er schon lange unzufrieden und unterbezahlt war, sucht der Arbeitnehmer erst dann eine neue Arbeitsstelle, als er gekündigt wurde.
  • Der Ehemann, der sich jahrelang gehen lassen hat, bemüht sich erst dann um die Ehe, als sich die Frau bereits für eine Scheidung entschieden hat.

Beispiele für proaktive Lebensführung:

  • Man ändert seine Ernährungsweise bevor Krankheitssymptome auftreten.
  • Der Raucher hört auf zu rauchen, obwohl es ihm immer noch gut geht.
  • Der unterbezahlte Arbeitnehmer sucht nach neuen Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln und ein besseres Einkommen zu erzielen, obwohl seine Arbeitsstelle sicher ist. In seiner Freizeit investiert er in neue Qualifikationen, um bestmögliche Chancen zu haben.
  • Der Ehemann bemüht sich um gute Kommunikation, emotionale Nähe und gemeinsame Ziele, um die Ehe harmonisch zu gestalten und lebendig zu halten.

2.2 Instant Gratification

Die Tendenz zur kurzfristigen Belohnung statt zum langfristigen Fortschritt

Unser Gehirn ist in der Regel auf kurzfristige Belohnungen programmiert: Ablenkungen, Entertainment, impulsive Entscheidungen, sofortige Bedürfnisbefriedigung. Unsere heutige Technologie bietet perfekte Möglichkeiten für die sogenannte „instant gratification“: Etwas Makeup und ein hübsches Outfit, schnell ein Selfie mit dem Smartphone, vielleicht noch etwas Facetune, bei Instagram hochladen und Zack! – schon prasselt es „Likes“. Das mag sich zunächst gut anfühlen, aber von Likes können wir (im Normalfall) nicht unsere Miete bezahlen.

Stattdessen passiert etwas Katastrophales mit unserem Gehirn: Es verlernt zunehmend, auch Mal etwas länger auf ein Ziel hinzuarbeiten – vielleicht sogar Monate oder Jahre ohne Applaus und ohne nennenswerte Belohnung auszukommen.

Echter, dauerhafter Erfolg basiert jedoch auf langfristigen Investitionen – in Fähigkeiten, Beziehungen, Reputation und Vermögenswerte. Wer kurzfristige Bedürfnisbefriedigung über langfristige Belohnung stellt, bleibt im Hamsterrad gefangen.

2.3 Emotionale Regulation als Erfolgsfaktor

Wohlstand folgt Klarheit. Und Klarheit folgt emotionaler Stabilität. Wie in der Artikelserie DEIN SHIFT VOM WAS-WENN ZUM SELBST-WENN beschrieben, ist die Fähigkeit, das Nervensystem und die Emotionen zu regulieren, ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Angstzustände, Panik, Wut und impulsives Handeln kann zu Selbstsabotage, kontraproduktiven Entscheidungen und Verlusten führen.

Mit einem dysregulierten Nervensystem ist es nicht möglich, strategisch zu denken, Chancen zu erkennen, kreative Lösungen zu finden oder mit Menschen produktiv umzugehen.

2.4 Die Bedeutung von Standards und Disziplin

Erfolg ist selten laut und spektakulär, sondern das Ergebnis von Standards, die man tagtäglich und konsistent einhält.

Standards vs. Ziele
Ziele sind wichtig – aber ohne Standards sind sie wertlos. Standards sind tägliche Handlungen, die man unabhängig von der aktuellen Motivation grundsätzlich ausführt. Zum Beispiel:

  • pünktlich sein
  • klar und sauber kommunizieren
  • Probleme sofort adressieren
  • Verantwortung übernehmen
  • sich an Abmachungen halten
  • Entscheidungen durchziehen

Disziplin bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, immer perfekt zu sein. Disziplin bedeutet, sich konsistent an die eigenen Standards zu halten.

2.5 Die Bedeutung von Momentum und Beständigkeit

Einer der mächtigsten Erfolgshebel ist die Fähigkeit, Momentum aufzubauen und dieses Momentum zu halten. Tägliche, kleine Fortschritte sind dabei viel wirkungsvoller als sporadische Intensität. Dauerhafter Erfolg gedeiht im Langsamen, nicht im Schnellen.

Geduld ist dabei ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Die meisten Menschen brechen kurz vor dem Durchbruch ab. Geduld ist ein wahrer Wettbewerbsvorteil – und eine psychologische Kraft.

2.6 Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Risiken zu managen

Die erfolgreichsten Menschen sind nicht diejenigen, die die meisten Risiken eingehen – sondern diejenigen, die Entscheidungen treffen können, weil sie die Fähigkeit haben, Risiken zu managen.

Risikokompetenz lässt sich lernen. Sie entsteht durch klares, analytisches Denken, durch emotionale Stabilität, durch Erfahrungswerte, durch Feedback und dessen Analyse.

Je mehr Verantwortung man fähig ist zu übernehmen, desto besser wird man darin, Risiken einzuschätzen und Entscheidungen auch mit begrenzter Information zu treffen.

2.7 Mehr Erfolg = mehr Verantwortung

Je größer der Erfolg, umso mehr Verantwortung ist zu tragen – sei es Produktqualität, Servicequalität, Kundenzufriedenheit, der reibungslose Ablauf aller Prozesse, das Unternehmensklima oder die Tragbarkeit von Mitarbeitern. Umgekehrt gilt: Je mehr Verantwortung eine Person übernehmen kann, desto größer ist ihre Fähigkeit, Erfolg zu tragen und desto höher ist auch ihr Marktwert.

Angst vor Verantwortung und der damit verbundenen potenziellen Überforderung kann ein mächtiger Trigger sein und zur Selbstsabotage führen. In der Artikelserie DEIN SHIFT VOM WAS-WENN ZUM SELBST-WENN findest du jede Menge Tools und Tipps, um diverse Ängste zu regulieren.

Wichtig ist es, zu verstehen, dass der Erfolg und die damit verbundenen Aufgaben nur in den seltensten Fällen plötzlich und über Nacht eintreffen. Verantwortung ist glücklicherweise etwas, in das man schrittweise hineinwächst. Sie lässt sich in der gleichen Weise trainieren wie Muskelkraft.

Zum Abschluss: Erfolg setzt die entsprechende Identität und Selbstführung voraus

Erfolg setzt die entsprechende Identität voraus. Nicht umgekehrt. Wie du erfahren hast, ist Identität nicht statisch, sondern durch Erkenntnis, Arbeit, Disziplin und Geduld transformierbar.

Erfolg ist aber kein Selbstzweck, sondern ein Nebenprodukt von Wertschöpfung. Und echte Wertschöpfung entsteht nur durch Fähigkeiten.

Die wichtigste Fähigkeit, die du je erwerben kannst, ist die Fähigkeit, dich selbst zu führen. Dazu gehört proaktive Lebensführung, auf kurzfristige Belohnung verzichten zu können und stattdessen auf langfristigen Fortschritt zu bauen, Eigenverantwortung und Verantwortung übernehmen zu können, Momentum aufzubauen und zu halten, sowie Entscheidungen zu treffen und Risiken zu managen.

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