Warum du dich in toxische Dynamiken verwickelst und wie du dich endgültig befreist

Warum du dich in toxische Dynamiken verwickelst und wie du dich endgültig befreist

Im vorhergehenden Artikel „12 Gründe warum dich toxische Menschen ins Visier nehmen und wie du für sie unsichtbar wirst“ hast du erfahren, welche nach außen wahrnehmbaren Verhaltensweisen toxischen Menschen signalisieren, dass ein bestimmter Mensch ein passendes Opfer ist.

Toxische Menschen schätzen empathiebegabte, rücksichtsvolle und friedliebende Menschen nicht etwa als menschliches oder gesellschaftliches Ideal, nach dem es zu streben gilt. Sie bewerten Menschen mit solchen Eigenschaften stattdessen als schwach, labil und rückgratlos. Sie sehen sie als menschliche Ressource, als zweckdienliches Werkzeug oder als den „brauchbaren Idioten“ für ihre persönliche Agenda.

Du hast bereits Erfahrungen mit toxischen Menschen gesammelt, verstehst aber einfach nicht warum?

Wenn du dich in einigen oder sogar allen der 12 Verhaltensweisen wiedererkannt hast, dann ist es gut möglich, dass du mit toxischen Menschen bereits Erfahrungen gesammelt hast, ohne zu verstehen, warum sie ausgerechnet dich ins Visier genommen haben – obwohl du doch ein umgänglicher, rücksichtsvoller und friedliebender Mensch bist.

Vielleicht hast du aber auch schon längst realisiert, dass solche (in der Gesellschaft als erstrebenswert angesehenen) Eigenschaften in Wirklichkeit gar nicht belohnt werden, sondern stattdessen in vielen Fällen mehr Nachteile als Vorteile bringen.

Grenzen setzen: Der Schatz in dir braucht Schutz

Das ist aber kein Grund, deine positiven Eigenschaften aufzugeben – nur um in einer zunehmend narzisstisch-toxischen Ellenbogengesellschaft zu überleben. Ganz im Gegenteil: Deine Empathie, deine Rücksicht und dein Bemühen um das Wohl anderer Menschen sind dein größter Schatz. Aber in einer Welt voller Mangeldenken, Wettkampf und Rücksichtslosigkeit braucht ein solcher Schatz eben entsprechenden Schutz.

Dieser Schutz sind deine Grenzen. Grenzen, die dich nach außen schützen sollen, sind aber nichts wert, wenn der größte Feind im Inneren sitzt – als toxische Dynamik, die in der kindlichen Internalisierungsphase verinnerlicht wurde. Konkret: als schwaches Selbstwertgefühl, innere Selbstritik, grundlose Schuldgefühle, Misstrauen in die eigene Wahrnehmung, Missachtung der eigenen Bedürfnisse bis hin zur Selbstaufgabe – begleitet von einem unterschwelligen Gefühl, unsichtbar, ungenügend, unpassend und/oder unwillkommen zu sein, welches wie ein Filter jede deiner Lebenserfahrungen dunkel färbt.

Befreie dich von innerer Toxizität bevor du dich von äußerer Toxizität befreist

In anderen Worten: Bevor du dich von toxischen Menschen im Außen wirklich dauerhaft und effektiv befreien kannst, musst du dich von deiner eigenen Toxizität in deinem Inneren befreien – einer Toxizität, die sich gegen dich selbst richtet und die du höchstwahrscheinlich im frühen Kindesalter von deinem Umfeld – insbesondere von deinen Eltern – übernommen und verinnerlicht hast.

Grenzen, die dich nach außen schützen sollen, sind aber nichts wert, wenn der größte Feind im Inneren sitzt – als toxische Dynamik, die in der kindlichen Internalisierungsphase verinnerlicht wurde.

Der Schlüssel zur Befreiung: Die Transformation deiner inneren Identität

Der Schlüssel für diese Befreiung liegt in der Transformation deiner inneren Identität. Denn: setzt du nun nach außen Grenzen – ohne deine innere Identität transformiert zu haben – wirst du sehr wahrscheinlich auf großen Widerstand treffen, der dir im schlimmsten Fall noch mehr Schaden zufügt. Konkret kann das bedeuten, dass der toxische Mensch, der dich bereits als zweckdienliche Ressource und als persönliches Territorium markiert hat, zu einem Rachefeldzug ausholt, um die Kontrolle wiederzuerlangen und den Einflussbereich wiederzugewinnen. Oder du wirst in eine toxische Beziehung immer wieder zurückkehren und mit jeder Rückkehr ein Stück mehr deines Selbstwertes und deiner Selbstachtung verlieren. Letztendlich wirst du toxische Menschen immer wieder anziehen, die wie ein Spiegel in deinem Leben agieren – nicht, weil du genauso wie der toxische Menschen bist, sondern weil du dich im tiefsten Inneren genauso fühlst, wie der toxische Mensch dich behandelt.

Daher: Eine sichere, stabile, in sich ruhende Identität, die von innerer „Auto-Toxizität“ befreit ist, ist wie ein undurchdringbarer Schutzschild gegen toxische Einflüsse von außen und stellt eine innere Kraft dar, die dich von emotionaler Abhängigkeit, Schuldgefühlen und Unsicherheit befreit.

Deine positiven Eigenschaften, die dir zuvor oft hinderlich schienen, entfalten dann ihr volles Potenzial und werden sprichwörtlich zu Superkräften.

Die wahren Ursprünge toxischer Dynamiken erkennen

Um dich von innerer Toxizität zu befreien, erkenne zunächst die Ursprünge solcher Dynamiken. Sie liegen in den allermeisten Fällen in frühkindlichen Prägungen.

Die Menschen mit dem frühesten und stärksten Einfluss auf die kindliche Entwicklung sind in der Regel die Eltern. Ist einer oder sind sogar beide der Elternteile emotional unreif und instabil oder emotional distanziert, abweisend, ständig gereizt oder überfordert, kritisch und manipulativ oder sogar missbräuchlich und gewalttätig, so fehlen dem Kind die nötige Stabilität, Vertrauen und Sicherheit, was zu mehr oder weniger ausgeprägten Dysfunktionen in der Persönlichkeit des Kindes führt. 

Die tiefe Verletzung und die einhergehende Dysfunktion, die durch den frühen und destruktiven Einfluss einer dysfunktionalen Mutter entsteht, nennt man Mutterwunde. Die Dysfunktion, die durch den frühen und destruktiven Einfluss eines dysfunktionalen Vaters entsteht, nennt man Vaterwunde.

Sowohl die Mutterwunde, als auch die Vaterwunde haben jeweils ihre ganz spezifischen Merkmale in den tiefen Überzeugungen und den entsprechenden Verhaltensmustern des Kindes. Beide Wunden prägen auf eine sehr tiefgreifende Weise das Selbstbild und das Selbstwertgefühl, sowie das allgemeine Lebensgefühl.

Ist es überhaupt möglich, sich von diesen tiefgreifenden Prägungen zu befreien?

Ja, es ist möglich, sich von dem Einfluss dieser kindlichen Prägungen und den Auswirkungen der Mutter- und/oder Vaterwunde dauerhaft zu befreien.

Wenn man es ganz genau nimmt, ist das innere Loslösen von diesen destruktiven Einflüssen das, was man tatsächlich unter „Erwachsenwerden“ verstehen kann. Denn, wenn unser Fühlen, Denken, Verhalten und unser gesamtes Lebensgefühl immer noch unbewusst von unserer Mutter und/oder unserem Vater beeinflusst wird, dann sind wir noch nicht wirklich erwachsen.

Ein Teil im Inneren ist immer noch das verletzte Kind, das einfach nur bedingungslos geliebt und anerkannt werden will. Diese unbewusste Suche nach Liebe und Anerkennung macht uns empfänglich für die Tricks, Manipulationen und Misshandlungen, die von toxischen Menschen ausgehen.

Denn, wenn unser Fühlen, Denken, Verhalten und unser gesamtes Lebensgefühl immer noch unbewusst von unserer Mutter und/oder unserem Vater beeinflusst wird, dann sind wir noch nicht wirklich erwachsen.

Die Mutterwunde und die Vaterwunde identifizieren und heilen

Im nächsten Artikel „Mutterwunde & Vaterwunde: Wie du sie identifizierst, heilst und deine Identität für immer transformierst“ erfährst du, welche spezifischen Glaubenssätze bzw. Überzeugungen auf eine Mutterwunde hindeuten und welche auf eine Vaterwunde hindeuten.

Außerdem erfährst du in dem Artikel auch, warum die Heilung der Mutterwunde und der Vaterwunde das absolute Fundament für eine echte und dauerhafte Transformation deiner Identität darstellt, ohne immer wieder in die alte Identität – in alte limitierende Überzeugungen, destruktive Gewohnheiten und Verhaltensweisen – zurückzufallen.

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