In dieser 3-teiligen Artikelserie erfährst du, wie du mit einer klaren, effektiven Methode –bestehend aus der Anwendung von Tools, Seelenarbeit und mentaler Techniken– eine Neigung zum Katastrophisieren, also zum Ausmalen von Worstcase-Szenarien, überwinden und deinen Angst- und Stresspegel erheblich senken kannst. Das Ziel ist es, das Mindset vom ‚Was-wenn‘ zum ‚Selbst-wenn‘ zu shiften und unerschütterliche Resilienz zu entwickeln – eine Qualität, die für dauerhaften Erfolg unverzichtbar ist.
Rückblick auf die ersten beiden Teile der Artikelserie DEIN SHIFT VOM 'WAS-WENN' ZUM 'SELBST-WENN'
Im ersten Teil hast du erfahren, woher die Neigung zum Katastrophisieren in den meisten Fällen herrührt, wie das Ganze mit dem Nervensystem zusammenhängt und warum es dich in deiner Komfortzone gefangenhält und deine Vorhaben sabotiert.
Im zweiten Teil hast du erfahren, wie du dein Nervensystem und deine Emotionen mit einfachen Tools regulieren kannst, um in Stresssituationen, z.B. unter Leistungs- oder Zeitdruck, oder während besonderer Herausforderungen, die typischen Stressreaktionen eines dysregulierten Nervensystems (Fight-or-Flight und Freeze) zu vermeiden. Du hast außerdem erfahren, wie diese Stressreaktionen, dein Wachstum sabotieren können und wie wichtig es deswegen ist, das Nervensystem regulieren zu können.
In diesem Artikel: DEIN SHIFT VOM 'WAS-WENN' ZUM 'SELBST-WENN'
In diesem Teil erfährst du weitere, mögliche Ursachen für die Neigung zum Katastrophisieren, für Angstzustände, chronischen Stress und ein dauerhaft dysreguliertes Nervensystem. Du lernst anschließend, wie du mit Seelenarbeit und mit mentalen Techniken Blockaden lösen und einen Shift in deinem Mindset bewerkstelligen kannst und wie du diesen Shift zu einem neuen, festen und lebendigen Teil deiner Identität werden lassen kannst.
Anmerkung: Das Regulieren von Emotionen ist nicht gleichzustellen mit dem Unterdrücken von Emotionen. Man kann und sollte nicht versuchen, Emotionen „wegzuregulieren“. Viel mehr geht es beim Regulieren darum, überwältigende Emotionen bewusst in die Hand zu nehmen, zu besänftigen und potenzielle, kontraproduktive Stressreaktionen zu vermeiden, da diese in vielen Situationen zu unerwünschten Ergebnissen und Selbstsabotage führen können.
Weitere mögliche Ursachen für Angstzustände, chronischen Stress & ein dysreguliertes Nervensystem
Das eigene Nervensystem bewusst und gezielt regulieren zu können, ist eine unverzichtbare Fähigkeit, wenn wir unser Leben selbst in die Hand nehmen möchten, um es auf ein wünschenswerteres Level anzuheben (denn niemand –wirklich niemand!– wird das sonst für uns tun).
Aber neben einem dysregulierten Nervensystem und hinderlichen Stressreaktionen, können uns auch verschiedene Formen von unbewussten Ängsten, kontraproduktiven Denkmustern und emotionalen Blockaden im Wege stehen. Die Seelenarbeit und die mentale Arbeit sind neben den Tools zum Regulieren des Nervensystems weitere Bausteine auf dem Weg zu mehr Mut, Resilienz, Klarheit, Frieden und Freiheit von belastenden Angstzuständen und zermürbenden Worstcase-Szenarien.
1. Seelenarbeit: Wie dir Einsicht, bewusste Vergebung & Akzeptanz mehr Frieden & Freiheit schenken können
1.1 Einsicht & Vergebung
Im ersten Teil dieser Artikelserie wurde anschaulich beschrieben, wie negative und traumatische Kindheitserfahrungen zu übermäßigen Ängsten und zu einer Neigung zum Katastrophisieren führen können.
Das kindliche Gehirn ist auf Lernen durch Austesten, Experimentieren und Fehlermachen ausgerichtet. Leider wird unsere kindliche Experimentierfreude und unser Entdeckergeist bei unerwünschten Resultaten oft bestraft. Je nachdem, wie stark die negativen Reaktionen der Umwelt und wie nachhaltig die negativen Konsequenzen waren, können die daraus resultierenden Unsicherheiten und Ängste das zukünftige Leben entsprechend stark einschränken. Auch weitere Faktoren, wie der allgemeine Umgang miteinander und die allgemeine Stimmung im Elternhaus, sowie transgenerationales Trauma und genetische Faktoren können zu übermäßigen Ängsten und zu einer Neigung zum Katastrophisieren führen.
Warum Einsicht und Vergebung essenziell sind
Kindheitserfahrungen, die zu solchen Folgen geführt haben, sind für die meisten Menschen ein großes Thema. Nicht selten wird gegenüber den Mitmenschen, die an diesen damaligen Erfahrungen teilgehabt haben, bewusst oder unbewusst Missmut, Groll oder Bitterkeit empfunden.
Eine Seele, die sich in solch einem Zustand befindet, kann nicht wachsen und gedeihen. Negative Gefühle wie Missmut, Groll, Bitterkeit, vielleicht sogar Hass, vergiften das Herz und beeinträchtigen die Schöpferkraft, die in uns steckt und mit welcher wir unser Leben gestalten können. Ganz gleich, ob diese Gefühle latent im Hintergrund –also unbewusst– ablaufen, oder wir mit diesen Gefühlen täglich bewusst kämpfen oder ob wir versuchen, sie zu unterdrücken – das Nervensystem kommt dadurch nie zur Ruhe. Es ist nicht möglich, aus einem Zustand des Missmuts, des Grolls und der Verbitterung den Zustand des Gedeihens zu erschaffen.
Aus diesem Grund ist Vergebung essenziell, wenn es darum geht, ein erfülltes und erfolgreiches Leben voller Liebe und innerem Frieden zu erschaffen.
Grundpfeiler 01
Unsere damaligen Mitmenschen haben nicht die Absicht gehabt, uns einen anhaltenden Schaden zuzufügen
Manchmal kann es hilfreich sein, sich klarzumachen, dass unsere nächsten Mitmenschen von damals –also Eltern, Geschwister, vielleicht auch Tanten, Onkel und Großeltern– nicht die Absicht gehabt haben, uns einen anhaltenden Schaden zuzufügen. Menschliche Reaktionen sind oftmals unbedacht oder unbeholfen. Als Kinder konnten wir nicht verstehen, dass die eigenen Eltern und andere Erwachsene oftmals selbst in einem unsichtbaren Überlebenskampf feststeckten und ebenfalls aus einem dysregulierten Nervensystem heraus agierten und reagierten.
Grundpfeiler 02
Unsere Elterngeneration hat nicht den gleichen Zugang zu Ressourcen und Informationen gehabt, wie wir es heute haben
Wenn ein Mensch nicht bewusst an sich arbeitet und sich neue Sicht- und Verhaltensweisen erarbeitet, dann reagiert und handelt er meist nur aus dem Spektrum an Verhaltensweisen, die ihm als Kind vorgelebt wurden. Die Elterngeneration, die die heutigen Erwachsenen aufgezogen hat, hat außerdem nicht den gleichen Zugang zu Ressourcen und Informationen gehabt, wie wir es heute haben. Sie haben vieles einfach nicht gewusst und konnten es auch nicht wissen.
Grundpfeiler 03
Vergebung bedeutet, sich von der Last zu befreien, die auf unsere Schultern gelegt wurde
Unabhängig davon, ob das damalige Verhalten unserer Mitmenschen böswillig war oder nicht – Vergebung ist ein Geschenk, das man primär sich selbst macht. Selbst wenn die anderen unsere Vergebung nicht verdienen, so verdienen wir aber, uns von dieser Last zu befreien, die auf unsere Schultern gelegt wurde. Wir verdienen den Frieden und das beruhigte Nervensystem, das nun keine Energie mehr für Missmut, Groll und Verbitterung verschwenden muss. Denn diese Gefühle laufen wie offene Apps im Hintergrund ab und saugen an unserem Akku. Schließe diese offenen Apps, indem du mit der Vergangenheit konsequent abschließt.
Vergebung ist seelische Selfcare. Und sie sollte zu einer regelmäßigen Routine werden. So, wie wir unseren Körper täglich waschen und reinigen, so sollten wir auch unsere Seele täglich von Groll und Bitterkeit befreien.
Sage dir am frühen Morgen und am späten Abend: „Ich vergebe denen, die X getan haben oder X verursacht haben. Ich lasse diese alten Geschichten los, um meine Zukunft mit offenen Armen zu empfangen. Ich erlaube es meiner Vergangenheit nicht, meine Zukunft zu bestimmen.“ Vergebung ist in erster Linie eine Entscheidung. Selbst wenn du die Vergebung nicht im Herzen fühlen kannst, so ist es wichtig, deine Entscheidung regelmäßig laut zu bekunden.
Vergebung ist seelische Selfcare. Und sie sollte zu einer regelmäßigen Routine werden. So wie wir unseren Körper täglich waschen und reinigen, so sollten wir auch unsere Seele täglich von Groll und Bitterkeit befreien.
Grundpfeiler 04
Vergebung ist keine Erlaubnis, begangene Fehler endlos zu wiederholen
Vergebung ist keine Einladung zur endlosen Wiederholung der gleichen Fehler. Vergebung bedeutet nicht, automatisch wieder zu vertrauen und Zutritt zu gewähren. Vergebung bedeutet auch nicht, rote Linien und unsichtbare Grenzen wiederholt überschreiten zu lassen. Vergebung ist Kenntnisnahme, Loslassen und Fokus auf Integration und Frieden – nicht aber Wiederholung derselben Dramen.
1.2 Umgang mit Kritik
Ein produktiver Umgang mit Kritik ist ein weiterer, essenzieller Schlüssel zu einem ruhigeren Nervensystem, sprich: mehr Frieden und Gelassenheit und weniger Angst und Katastrophendenken.
Vorweg: Dieses Kapitel bezieht sich auf den Umgang mit konstruktiv gemeinter Kritik – nicht auf Kritik, die als Waffe benutzt wird. Denn es gibt in der Tat Fälle, in denen Kritik nur als Vorwand benutzt wird, um eine Person im Ganzen herabzusetzen, zu verletzen oder um sie zu einer negativen Reaktion zu verleiten.
Der erste Schritt ist also, zu unterscheiden, ob die Kritik nur als Waffe benutzt wird, oder tatsächlich konstruktiv gemeint ist. Ist sie konstruktiv gemeint, so ist zu prüfen, ob sie auch tatsächlich zutreffend ist.
Manchmal ist es hilfreich, eine Nacht drüber zu schlafen, bevor man in der einen oder anderen Weise darauf reagiert. Das Gehirn verarbeitet nachts die Informationen, die es im Laufe des Tages aufnimmt. Nicht selten wachen wir dann mit neuer Erkenntnis und Klarheit auf.
In jedem Fall sollte man konstruktiv gemeinte Kritik nicht aufgrund verletzter Gefühle pauschal ablehnen, denn sie könnte wertvolle Hinweise auf einen blinden Fleck beinhalten und uns bei unserer Persönlichkeitsentwicklung maßgeblich voranbringen.
Warum so viele Menschen empfindlich auf Kritik reagieren
Der wesentliche Punkt dabei ist, Kritik nicht auf sich selbst zu beziehen – also auf sich selbst als ganzen Menschen, sondern lediglich auf den Aspekt, der in der Kritik steht.
Kein Mensch ist perfekt und wir alle machen Fehler und wir dürfen auch Fehler machen, solange wir gewillt sind, Verantwortung dafür zu übernehmen und an diesen Fehlern zu arbeiten.
Aber woher kommt diese Angst vor den eigenen Fehlern und vor der Kritik der anderen? Menschen, die als Kinder immer nur dann Liebe und Anerkennung bekommen haben, wenn sie alles richtig bzw. perfekt gemacht haben, neigen oft dazu, Kritik als Angriff auf sich selbst als ganzen Menschen wahrzunehmen. Kritik gleicht dann einer vollständigen Entwertung des eigenen Seins: „Ich habe etwas falsch gemacht, also bin ich es nicht wert, geliebt zu werden. Ich bin wertlos.“ – das waren auch die damaligen, grausamen Schlussfolgerungen eines kindlichen Geistes, der seinen gesamten Selbstwert an den Reaktionen der Umwelt –insbesondere denen der Eltern– festgemacht hat, weil sein Überleben vom Wohlwollen und von der Zuneigung der Eltern abhing.
Haben wir diese falschen Schlussfolgerungen später im Leben nicht bewusst hinterfragt und als falsch bewertet, dann leben wir weiter mit der unbewussten Einstellung, dass Kritik einer vollständigen Entwertung unseres Seins gleicht und kämpfen entsprechend dagegen an oder verschließen uns.
Menschen, die als Kinder immer nur dann Liebe und Anerkennung bekommen haben, wenn sie alles richtig bzw. perfekt gemacht haben, neigen oft dazu, Kritik als Angriff auf sich selbst als ganzen Menschen wahrzunehmen. Kritik gleicht dann einer vollständigen Entwertung des Menschen[…]
Der emotional reife Umgang mit konstruktiver Kritik
Der Trick liegt darin, unseren Wert als Mensch von den Ergebnissen unseres Tuns zu trennen. Dies soll kein Freifahrtsschein für böse Taten mit bösen Folgen sein, sondern eine Erlaubnis, nicht perfekt sein zu müssen, Fehler machen zu dürfen und aus diesen zu lernen, ohne dass das Nervensystem schon wieder tagelang oder wochenlang durch die Hölle gehen muss.
Wenn du also das nächste Mal ein Projekt nicht perfekt abgeliefert hast, dann sage dir selbst: „Mein Selbstwert ist nicht abhängig von meinen Leistungen. Mein Arbeitsergebnis bin nicht ich. Ich bin in einem fortwährenden Prozess. Wenn ich scheitere, dann werde ich Verantwortung übernehmen, daraus lernen und besser werden.“
Wenn dich jemand mit Kritik konfrontiert, die wirklich konstruktiv gemeint ist, dann kannst du zum Beispiel Folgendes sagen: „Danke, dass du mich darauf aufmerksam machst. Ich werde prüfen, ob deine Kritik zutreffend ist und ggf. entsprechend handeln.“ (dies kannst du übrigens auch sagen, wenn jemand Kritik nur als Waffe gegen dich benutzt, um dich zu verletzen oder zu provozieren. Eine eloquente und gelassene Antwort wird den Angreifer sofort entwaffnen).
Meistens ist es nämlich nicht die Kritik, die uns den Boden unter den Füßen weghaut, sondern unser emotional unreifer Umgang mit Kritik, weil wir nicht in der Lage sind, zwischen uns und unseren Leistungen zu unterscheiden und dadurch unser inneres, verletztes Kind aktiviert wird.
Auch in solchen Situationen ist es wichtig, die Tools zum Regulieren des Nervensystems zu beherrschen, um eine unangemessene Stressreaktion zu vermeiden und die Situation mit Resilienz, Gelassenheit und Würde zu meistern.
1.3 Loslassen von Perfektionismus
Das Thema Perfektionismus verdient ein eigenes Unterkapitel, denn es ist eine Eigenschaft, die große Angst vor Fehlern, Makeln und schlechter Leistung und dadurch Überforderung und chronischen Stress auslösen kann.
Wie im vorherigen Kapitel beschrieben, entsteht der Hang zum Perfektionismus bei Menschen, die als Kinder immer nur dann Liebe und Anerkennung bekommen haben, wenn sie alles richtig bzw. perfekt gemacht haben. Fehler wurden hingegen mit Argwohn, Ablehnung und Liebesentzug bestraft. Daraus entsteht das Bedürfnis, den Selbstwert mit perfekter Leistung oder Darbietung unter Beweis zu stellen. Mangelhafte Leistung und Darbietung wird hingegen mit Wertlosigkeit gleichgestellt.
Was die Folgen von Perfektionismus sein können
Es ist im Grunde nichts Verwerfliches daran, einen hohen Anspruch an seine Arbeit zu haben. Wenn dies aber in massiven Ängsten, im extremen Leistungsdruck und chronischem Stress ausartet, wird es auf Dauer zu keinen gewünschten Ergebnissen führen. Die Arbeit mag dann vielleicht erledigt und vielleicht sogar perfekt sein, aber man ist dennoch unzufrieden. Im schlimmsten Fall kommt es auf lange Sicht zu chronischen Krankheiten oder plötzlichen gesundheitlichen Katastrophen. Oder zu einem sozialen Fiasko, weil man nur noch für die Arbeit lebt, völlig vereinsamt und am Ende bleibt die entsprechende Anerkennung und Dankbarkeit vielleicht sogar aus.
Weiterhin kann Perfektionismus zu einem Gefühl des „Niemals-wirklich-bereit-seins“ führen. Die Ergebnisse sind nie gut genug, um sie endlich der Welt vorzustellen. Dadurch gehen aber wertvolle Lernerfahrungen verloren, die nur durch menschliches Feedback erworben werden können.
Perfektionismus ist Ablenkung von einem tieferen Problem
Perfektionismus hat also mehr Nachteile als Vorteile. Es ist in vielen Fällen eine Ablenkung von einem tieferen Problem – nämlich einem geringen Selbstwertgefühl.
Um Perfektionismus loszulassen, musst du erkennen, dass Fehler keine Entwertung bedeuten. Dein Wert als Mensch ist immer gleich – selbst dann, wenn über längere Zeit alles schief läuft. Lass nicht zu, dass äußere Umstände deinen Wert und deine Identität definieren. Akzeptiere die Tatsache, dass Fehler zutiefst menschlich sind und dich menschlich machen.
Ein Blick in die Geschichte und in diverse Biografien zeigt, dass viele der erfolgreichsten Unternehmer, Erfinder, Künstler und andere öffentliche Persönlichkeiten unzählige Male gescheitert sind oder große Fehler gemacht haben, bis sie eines Tages endlich einen Volltreffer landeten, der ihr Leben für immer verändert hat.
Wie du Perfektionismus loslassen kannst
Perfektionismus loszulassen und Fehler als menschlich zu akzeptieren wird dein Nervensystem automatisch beruhigen, die große Angst vor Fehlern, Makeln und schlechter Leistung senken und somit die daraus resultierende Überforderung und den chronischen Stress reduzieren. Sage dir immer wieder: „Selbst wenn ich etwas nicht perfekt oder sogar komplett falsch gemacht habe, mein Selbstwert bleibt davon unberührt. Mit jedem Fehler, mit jedem Scheitern, lerne ich, mich zu verbessern und werde reifer und resilienter.“
Nutze außerdem die Tools zum Regulieren des Nervensystems, um die Auswirkungen des Perfektionismus, der mit Angstgefühlen, Überforderung und Stress verbunden ist, zu reduzieren.
2. Mentale Arbeit: Wie du Worstcase-Szenarien zu deinem Vorteil nutzen und Resilienz entwickeln kannst
Du hast nun erfahren, wie du –als ersten Baustein– dein Nervensystem regulierst und wie du mit Seelenarbeit als zweiten Baustein, tiefere Ursachen für Ängste und chronischen Stress angehen kannst.
In diesem Kapitel erfährst du, wie du mit mentalen Techniken –als dritten Baustein– deine schlimmsten Worstcase-Szenarien zu deinem Vorteil nutzen und Resilienz entwickeln kannst.
Visualisierung und Journaling: Mit Worstcase-Szenarien konstruktiv arbeiten
Bei mentalen Techniken nutzt man unter anderem Visualisierung, Journaling, Affirmation und kognitive Umstrukturierung, um mentale Stärke, Klarheit und Resilienz zu entwickeln und sich auf Herausforderungen vorzubereiten.
Bei jedem kleinen oder großen Vorhaben und jeder herausfordernden Situation, bei der du befürchtest, es könnte einen katastrophalen Ausgang geben und dein Gehirn die schlimmsten Worstcase-Szenarien ausspuckt, kannst du durch diese einfache Visualisierung in Verbindung mit Journaling gut vorbereitet in den Kampf ziehen.
01 Bereite dich auf die Visualisierung vor, in dem du dein Nervensystem mit Atemtechniken regulierst.
02 Stelle dir vor, du bist ein renommierter Coach, berühmt für die Fähigkeit, selbst für die schwierigsten Situationen geniale Lösungen und Strategien parat zu haben. Nun ruft ein völlig verzweifelter Coachee an und schildert eine katastrophale Situation, die bis ins Detail deinem Worstcase-Szenario gleicht. Du bleibst cool, denn deine Lebenserfahrung und dein Expertenwissen haben gezeigt, dass es für jede Situation eine passende Lösung gibt.
03 Fällt dir ad hoc eine Lösung oder sogar mehrere Lösungen ein, so schreibe diese direkt auf. Falls nicht, dann lasse das Telefonat sacken und arbeite anschließend schriftlich eine realistische Strategie für deinen Coachee aus. Lass dir durch diese Lösung oder Strategie Sicherheit geben, dass du vorbereitet bist und dich nichts umhauen wird. Dadurch verschaffst du dir einen Vorteil.
04 Nun schreibe auch dein Bestcase-Szenario auf und visualisiere es mit dir als die Person, die es erlebt. Stelle dir möglichst lebendig vor, wie du dich fühlen wirst. Schreibe auch auf, was du tun wirst, wenn dieses Bestcase-Szenario eintritt.
05 Schreibe auch weitere Szenarien zwischen dem Worst Case und dem Best Case auf, die möglich sein könnten. Auf diese Weise machst du dir bewusst, dass es viele Szenarien gibt, die potenziell eintreten können.
06 Du siehst nun ganz klar vor deinen Augen, dass es viele Möglichkeiten gibt. Und SELBST WENN der Worst Case eintritt, wirst du Lösungen und Strategien parat haben.
07 Sage dir: „Selbst wenn es schwierig wird, vertraue ich auf die schöpferische, kreative Kraft in mir. Ich werde immer Lösungen finden, Herausforderungen meistern, von ihnen lernen und an ihnen wachsen – denn Herausforderung und Wachstum ist das Leben selbst!“ – wenn du diese Einstellung verinnerlichst und mithilfe der Techniken zur Regulierung des Nervensystems zu deiner Realität werden lässt, dann hast du Resilienz entwickelt.
Zum Abschluss: Wie du den Shift vom 'Was-wenn' zum 'Selbst-wenn' in deine Identität integrierst
Baue nun alle drei Bausteine in deinen Alltag und deine Arbeit mit dir selbst ein. Manche Techniken werden sofort Wirkung zeigen in Form von weniger Ängsten und Stress, dafür aber mehr Gelassenheit und Wohlbefinden. Andere Techniken erfordern etwas Übung, Disziplin und Durchhaltevermögen, aber auch Liebe, Geduld und Verständnis für sich selbst, bis sich die neue Sicht- und Verhaltensweise verfestigt und zu einem neuen, beständigen und lebendigen Teil deiner Identität wird.
Baustein 01
Erlerne und nutze die Tools und Tipps aus dem zweiten Teil dieser Artikelserie:
- Regulierung des Nervensystems – probiere alle Techniken eine Woche lang aus, dann stelle dir dein Programm zusammen, trainiere regelmäßig, auch ohne akuten Bedarf
- Schlafhygiene mit bewusst positiven Gedanken vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen plus morgendliche Sonne
- Bewegung: Workout, Tanzen und/oder Spazieren
- Kann man immer da haben: GABA und Ashwagandha für besseren Schlaf, mehr Ruhe und weniger Angst
Baustein 02
Die Seelenarbeit ist ein wichtiger Teil des Prozesses, um Frieden zu schließen, das Nervensystem zu beruhigen und emotionale Energieräuber abzustellen:
- Ganz bewusste Einsicht und Vergebung, um sich von der Last zu befreien, die auf deine Schultern gelegt wurde und Frieden zu finden
- Lass Emotionen wie Groll und Bitterkeit ganz bewusst los, denn sie belasten dein Nervensystem und rauben im Hintergrund deine Energie
- Entscheide, dass deine Vergangenheit deine Zukunft nicht bestimmen wird
- Lerne mit Kritik umzugehen, indem du deinen Selbstwert von deinen Leistungen trennst
- Entscheide, dass Fehler deinen Wert als Mensch niemals reduzieren können
- Verinnerliche, dass Fehler menschlich und kein Weltuntergang sind
- Lasse den Hang zum krankhaften Perfektionismus los, indem du auch die tiefere Ursache anerkennst – das wird dir Frieden bringen und Angst und Stress erheblich senken
- Wichtig: hab Geduld bei deiner Seelenarbeit
Baustein 03
Nutze mentale Techniken wie Visualisierung, Journaling, Affirmation und kognitive Umstrukturierung, um Worstcase-Szenarien zu entschärfen und zu deinem Vorteil zu nutzen. Damit wappnest du dein Nervensystem im Voraus mit Gelassenheit.
Bereite dich auf herausfordernde und angstauslösende Situationen mit der Technik unter Punkt 2.1 vor. Nutze diese Technik regelmäßig, bis Resilienz zu deinem zweiten Namen wird.
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